Die Flugrechner L-NAV und S-NAV

Das S-NAV und L-NAV wird nicht mehr produziert.

Das S-NAV wurde schon 1987 konzipiert, und stellte den Beginn einer neuen Generation von Segelflugrechnern mit einfachster Bedienlogik trotz komplexen Informationen dar. Die spätere Anbindung eines GPS stellte dank des modularen Aufbaus des Gerätes keinerlei Probleme dar. Weder beim S-NAV noch beim L-NAV. Viele auf dem Markt erhältlichen GPS Empfänger (mit NMEA 0183 Schnittstelle) und Logger können an die Rechner angeschlossen werden. Dies bedeutet, daß ein Pilot, der sich schon 1990 für ein S-NAV entschied, auch heute noch mit kleinen technischen Änderungen das modernste Gerät besitzt, auch wenn das S-NAV Baujahr 1998 ein moderneres Innenleben aufweist. Das S-NAV hat alle Fähigkeiten des L-NAV und verfügt darüber hinaus über einen Außentemperatursensor (dessen Messungen in den Anzeigen mit eingerechnet werden), und einen Anschluß für ein zweites Variometer, dessen Anzeige auf 7 unterschiedliche Weisen konfiguriert werden können, und ist für den Anschluß eines Zweitgerätes und Fernbedienung vorbereitet.

Das L-NAV war die logische Folgerung, basierend auf Komponenten des S-NAV, ein noch einfacher aufgebautes Gerät zu bauen, das aber doch alle wichtigen Funktionen erfüllt, um auch damit Weltmeisterschaften gewinnen zu können (1995, 1997 und 1999).  Es ist durch zahlreiche modulare Optionsbausteine aufrüstbar.


L-NAVDer Hauptanzeigeschirm des L-NAV's enthält alle wichtigen Informationen auf einen Blick. Sämtliche Eingaben erfolgen über 4 Drucktasten. Folgende Funktionen wurden vom S-NAV in das L-NAV übernommen.

Die Fertigungstechnologie von Cambridge ermöglicht es, das L-NAV als eines der preisgünstigen Flugrechner auf dem Weltmarkt anzubieten. 1600 L-NAV's sind weltweit im Einsatz. Neuerungen und Optionen sind durch modulare Bauweise einfachst und preiswert nachzurüsten.



Windermittlung

Beim L-NAV wurde die Softwarestruktur total überarbeitet, um die neu entwickelte Windrechnung zu integrieren. Zusammen mit den schnellen und präzise arbeitenden GPS-NAV Loggern wird die Windrichtung und Stärke (=Vektorwind) im Geradeausflug nach kleiner Richtungsänderung sofort schnell und präzise errechnet und dabei vollautomatisch angezeigt.

Anzeige des Windes

Totalenergie

Im Anflug wird die durch Geschwindigkeit gespeicherte Energie als "Fahrtenergie" im Gleitpfad mit berücksichtigt. Dies ist eine alte Anwendung aus dem S-NAV, die aber erst heute wirklich gut funktioniert.

Statistik

Höhenangaben

Im neugestalteten "Auf Kurs" – Schirm wird neben Windrichtung und Stärke auch die QNH Höhe mit einer Auflösung von 2 m angezeigt. Dies bedeutet, daß in "überlebens – Steigsituationen" jeder m Höhengewinn sichtbar ist. Ein weiterer neuer Höhenschirm zeigt die derzeige QNH Höhe auch in Fuß an. Dies ist vor allem beim Fliegen dicht an Kontrollzonen wichtig und vermeidet Umrechnungsfehler.

Audio

Kompensation bei Meßflügen

Der Düsenbeiwert (TE in %) kann im Fluge in beiden Rechnern nun auf die Druckabnahmesituation des Flugzeugs angeglichen werden. Feinabweichungen der Windmessungen (Fahrtsensor!) können im Kreisflug gemittelt werden.

Weitere Fähigkeiten


GPS Kompatibilität

Das L-NAV arbeitet mit allen GPS- Geräten, die GPRMB und GPRMC Daten über den NMEA 0183 Standard übertragen. Das Cambridge GPS-NAV arbeitet auch mit diesem Standard.

Falls kein GPS-NAV an das L-NAV angeschlossen wird, arbeitet es als ganz normaler Flugrechner, entsprechend den ersten Versionen des L-NAV. Man kann auch erst ein L-NAV erwerben, und dazu später ein GPS-NAV, ohne dann aufwendige Updates vornehmen zu müssen.

Wo liegt der Nutzen wenn man ein GPS mit einem L-NAV koppelt?
Die Wendepunktnamen und Koordinaten werden vom Piloten über den PC oder das GPS Display in das GPS-NAV eingegeben. Während des Fliegens sendet das GPS-NAV Daten über die derzeitige Position zum L-NAV, welche folgende Informationen liefert:

Das L-NAV vergleicht Track und Bearing. Diese Differenz wird als Track Error bezeichnet und im L-NAV angezeigt. Wird die Differenz zu null, dann befindet sich das Flugzeug auf direkter Kurslinie. Seitenwind wird somit für die Navigation als resultierende Komponente in Flugrichtung errechnet. Sie wird gemittelt im Endanflugschirm gezeigt (auch im Gleitpfad), sowie als Simultananzeige im "Streckenschirm".

Das L-NAV errechnet die wahre Geschwindigkeit (TAS) aus der Sensorgeschwindigkeit und Höhendichte. Die Differenz zwischen TAS und Geschwindigkeit über Grund (aus dem GPS) ergibt die Windkomponente (Windeinfluß in Flugrichtung). Bei geringer Kursabweichung im Endanflug kann der Pilot auch Windänderungen selbst in das L-NAV eingeben. Die ergibt eine bessere Genauigkeit im Endanflug.


Endanflugrechner mit grafischer Gleitpfadanzeige


Die Varioanzeige und Audio des L- NAV


Automatisches Umschalten von Sollfahrt auf Vario mit G-Messer Option


Daten

Abmessungen: Höhe: 84 mm, Breite:84 mm (3.3"), Tiefe: 196 mm hinter der Anzeige (7.7") + Anschlüsse;
Ausschnitt Standard 80 mm (3 1/8").
Varioanzeigeinstument entweder in 80 mm (3 1/8") oder 58 mm (2 1/4") erhältlich.
Gewicht: L-NAV: 640-750 g; S-NAV: 820-860 g, Varioanzeige: 0,27 kg
Energie: 8 bis 16 Volt bei 0,14 bis 0,18 Amps abhängig vom Audioton.
Prozessor: 80C552 mit 64 Kbyte ROM, 32 Kbyte RAM, und 1 Kbyte EPROM
Backup Batterie: Lithium Coin Cell, Typ BR2325
Datacom: Industrie Standard RS-232 voltages and protocols
Geschwindigkeit: Thermistor flow sensor; Bereich 0 bis 300 km/h (0 bis 170 kts)
Variometer: Thermistor flow sensor mit externem Standard 0,45 Liter Ausgleichsgefäß
Höhenmesser: Piezoresistive Sensor; Bereich 8.000 Meter (+26,000 Ft)
G-Messer: Typ: Closed Loop mass balance; Bereich ±5g, Genauigkeit 0,01g